Rasen und Drängeln

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Es ist schon wieder ein paar Wochen her, da hatte Verkehrsminister Tiefensee öffentlich verkündet, er möchte den Bußgeldkatalog so bald wie möglich weiter verschärfen. Meiner Meinung nach ist das keine geeignete Maßnahme zur Sicherheit im Straßenverkehr und die Gründe sind eigentlich ganz einfach. Oder liege ich daneben? Ich würde mich freuen, von Euch etwas zu diesem Thema zu hören.

Bevor ich jedoch darauf eingehe, möchte ich mich noch kurz etwas über den Begriff „Rasen" sinnieren. Denn zumindest mir scheint es so, als gäbe es dieses Wort, wenn es nicht botanisch genutzt wird, nur, um Politikern aus Autofahrern Feindbilder zu machen. Was zählt denn zu „Rasen"? Wenn ich mir diverse Artikel zu dem Thema lese oder Fernsehberichte ansehe, scheint es für eine gewisse Gruppe von Menschen alles das zu sein, was irgendwie knapp oberhalb 100 Stundenkilometer angesiedelt ist. In meinen Augen - und gottseidank auch in denen von vielen anderen Menchen - ist das Ganze etwas differenzierter zu betrachten. Vor einem Kindergarten ist z.B. 40 schon hart an der Grenze zum Rasen, auf einer freien Autobahn würde ich, der ich kein Fachmann bin, Rasen schon schwerer definieren können. In manchen Autos und in manchen Situationen kann man eben 200 im höchsten Gang fahren und man ist ruhig und sicher wie man es in andere Autos oder in anderen Situationen bei 60 schon nicht mehr kann. Wo zieht man also die Grenze? Einfach mal vorsorglich den ganzen Verkehr auf 120 einbremsen, wie es ja immer mehr gemacht wird? Oder doch mal mit gesundem Menschenverstand an die Sachen gehen?

So oder so - ich streite ja nicht ab, dass es ist sinnvoll ist, Tempolimite so einzusetzen, dass die allgemeine Fahrsicherheit erhöht wird. Dass dies manchmal die falschen Limite an den falschen Orten sind, liegt im ersten Absatz begründet. Aber Tatsache ist eben auch, dass das Überschreiten der Limite in irgendeiner Form kontrolliert und geahndet werden müssen - und auch da kann man viel richtig und viel falsch machen. Der Vorschlag von Minister Tiefensee geht dahin, dass die Bußgelder drastisch erhöht werden sollen. Das hält zwar endlich die ganzen billigen Autos von der eigentlich für schnelle Luxusautos reservierten linken Spur weg, nützt aber im Prinzip nichts. Ich denke, der Weg über die Punkte, wie er z.B. vom ADAC und dem AvD vorgeschlagen wird, trifft da mehr und vorallem gerechter - ob man sich jetzt 300 Euro Strafzettel einfach mal so leisten kann oder eben nicht, für beide Gruppen ist es ärgerlich, wenn der Führerschein einfach weg ist. Und wenn dann noch die Kontrollen an verkehrsgefährdeten Stellen ausgeführt werden und nicht auf künstlich eingebremsten, aber meistens leeren und gut einsehbaren Autobahnen, dann sind wir auch schon einen Schritt weiter.

Und wie seht Ihr das? Habe ich irgendwo einen wirklichen Denkfehler?

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This page contains a single entry by Dominik Schwind published on June 9, 2006 6:04 PM.

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